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W|enn Bilder in der Seele entstehen

9. Januar 2009 von Rob in gesehen -hört -tan -dacht.

Wenn ich früher auf Reisen war, reisten mind. 40 Kleinbildpatronen mit, denn es hieß möglichst zu vermeiden, einen unwiederbringbaren Moment nicht bannen zu können, nur weil man am Fotomaterial gespart hat. Auch knipste man nicht eine endlose Reihe von Bildern hektisch in der Erwartung ab,irgendein brauchbares Foto würde schon übrigbleiben – nein, viel fotografischer und mit ästhetischer Zurückhaltung gab man sich zwei, höchstens drei Chancen, deren Nutzung erst viel später im Fotolabor seine Krönung finden konnte.


Zum Glück gibt es aber trotz Photoshop noch keine technische Lösung, das fehlende Empfinden für Komposition, Art der Gestaltung oder den richtigen Blick für das “richtige” Foto zu ersetzen. Da wird ein fehlendes Lächeln zwar heutzutage schon in der Kamera korrigiert und Falten mit einem Pinselstrich ins Pixelnirwana geschickt – die Seele der Fotografie liegt immer noch im Auge des Fotografierenden. Grafische Nachbearbeitung kann und soll auch eine neue kreative Sichtweise ermöglichen – so fotografiere ich sehr oft Motive mit der genauen Vorstellung, wie das Foto später aussehen und bearbeitet werden soll – eine grafische Nachbearbeitung ist so nur der letzte Schritt einer fotografischen Vision – das Foto und so die Aussage selbst, ensteht jedoch immer noch in der neugierigen Annäherung an das Motiv…

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11 A|nmerkungen

  1. pulmoll #
    9. Januar 2009, 02:43

    die besten bilder, hat man sowieso im kopf; so lass ich die kamera in wichtigen momenten stets zu hause.

  2. Markus #
    9. Januar 2009, 03:17

    Mich beeindrucken Fotos am ehesten, wenn sie überhaupt nicht nachträglich bearbeitet wurden.

  3. der toby #
    9. Januar 2009, 06:39

    Ein schönes Plädoyer für die Fotografie als Kunst. Digitale Bildbearbeitung wird bereits in der Literatur diskutiert. Sehr interessant verarbeitet Danielewski diesen Aspekt in “House Of Leaves”. Wer kann heute noch von einer klar auf Papier gebannten Realität sprechen, wenn er eine Fotografie betrachtet?

  4. Hubert Grützenhuber #
    9. Januar 2009, 06:56

    Da kann ich mich dem Toby nur anschließen.
    Ich halte es zudem für eine Unart, dass sich alle Leute um den Computer versammeln müssen, um die Fotos des letzten Urlaubs o.ä. anschauen zu können…

  5. Chris K. #
    9. Januar 2009, 08:35

    Horst Ehmke (der Wikipedia-Link ist vielleicht nötig, seufz, de.wikipedia.org/wik…) nahm anläßlich eines Afrikabesuchs mal an einer Foto-Safari teil. Der Bus fuhr durch irgendein Reservat, alles knipste hektisch die Viecher, nur Ehmke blieb stoisch auf seinen vier Buchstaben hocken. Als der Reiseleiter fragte: “Warum fotografieren Sie denn nicht, Herr Ehmke?”, antwortete der “Ich schau mir die Tiere gleich hier an.”

  6. Ansgar #
    9. Januar 2009, 09:26

    @Hubert: Dafür gibt’s doch Beamer! ;-)

  7. cheli #
    9. Januar 2009, 12:53

    Fotoalben mit unbearbeiteten Bildern und lustigen Kommentaren von unwiederbringlichen Momenten sind immer noch am besten. Ich persönlich führe auf größeren Reisen auch ein Tagebuch und verarbeite das dann auch mit in dem Album, das lockert die ganze Sache ein wenig auf.

  8. Vee #
    9. Januar 2009, 13:03

    @Chris K. – Riesenlächler für Deinen Beitrag!
    So halte ich es im Übrigen auch gern. Obwohl ich es liiiiebe, zu fotografieren. Aber die allerschönsten Momente bleiben eben doch dem intensiven Geniessen und der freundlichen Erinnerung vorbehalten.

    @Cheli – Das sind meine favorisierten Geschenke an liebe Menschen. Und finden immer großen Anklang.

    @Alle – … und dennoch bin ich ein ausgesprochener Fan von Sir R|obs ästhetischen Bildern. Ob bearbeitet oder nicht – er hat einfach ein Äuglein (oder zwei) für das Grundmotiv. I luv it!

  9. Magic M. #
    21. Januar 2009, 18:30

    Ich kann Dir nur zustimmen und sehe das genauso, da waren wir uns schon bei unserem ersten Zusammentreffen einig. Man kann zwar die Technik erlernen und mit Backgroundwissen sowie Übung und Erfahrung versuchen ein besserer Fotograf zu werden, aber IMHO den Blick für´s Motiv, die Stimmung, den “richtigen” Augenblick, das rechte Licht etc. hat man oder auch nicht. Du hast diese Eigenschaften definitiv meiner Meinung nach.

  10. Manniac #
    23. Januar 2009, 02:36

    In der Hochschule habe ich mich lange mit Photomonaten und ihrer geschichtlichen Entstehung als politisches Instrument und ihrer möglichen Zukunft als Alltagserleichterung (und politisches Instrument) befasst.
    Meine Position zur In-Kamera-Korrektur habe ich bis heute noch nicht abschliessend gefunden, stehe ihr aber offen gegenüber, SOLANGE man auch noch unkorrigiert fotografieren kann. Wenn das nicht mehr gehen sollte … au weh.

    Früher, wenn ich in Urlaub fuhr, nahm ich je Tag einen Kleinbildfilm mit. Heute dagegen rechne ich mit 1,5 GB Speicherkartenplatz.
    Es hat sich schon da einiges geändert …

  11. Manniac #
    23. Januar 2009, 02:37

    Photomontagen. gna.

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