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W|enn die Seele schwer wird
12. November 2009 von Rob in Robotionales.
Da war diese unbekannte Angst. Es passierte oft, dass ich in der Nacht auf meinen Balkon ging und sah, wie der Mensch, den ich bei mir aufgenommen hatte, um ihn vor sich selbst zu schützen, starr in die Tiefe sah und offensichtlich überlegte, ob man springen sollte oder nicht. Es passierte oft, dass ich mit allen Kräften versuchte, diesem Menschen das Leben lebenswert zu gestalten – kämpfte gegen die tägliche Schwermut an, gegen Zweifel und gegen das beherrschende Gefühl des emotionalen Nichts. Wenn man versucht einen depressiven Menschen zurück ins Leben zu holen, kommt man physisch und psychsich schnell an seine Grenzen und gerät in den Taumel einer großen Hilflosigkeit. Aus meinem Freundschaftsdienst wurde ein monatelanger Lebenskampf, der letztendlich gewonnen wurde. Die vielen aus dem Boden schießenden Sondersendungen, die über den Tod von Robert Enke vermeindlich berichten, sich aber fast gänzlich nur in Mutmaßungen ergeben, sollten die Chance ergreifen, das Thema Depression ins Licht der öffentlichen Aufmerksamkeit zu bringen und so betroffenen Angehörigen zu helfen…
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3 A|nmerkungen
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Kommentare für r|ob
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dauni #
12. November 2009, 12:11
Mir sitzt gerade ein dicker Kloß im Hals. Ich habe irgendwann das Glück gehabt, einen Therapeuten zu finden.
Aber das Eis, auf dem man sich bewegt, bleibt ein Leben lang dünn.
Liisa #
12. November 2009, 12:49
Erst einmal Hut ab,dass Sie den Freundschaftsdienst durchgehalten haben als ein monatelanger Lebenskampf daraus wurde, das ist (leider) beileibe nicht selbstverständlich. Und wie schön zu lesen, dass der Kampf am Ende gewonnen wurde. Abgesehen davon sehe ich es wie Sie, dass man den Augenblick nutzen sollte und muss, um das Thema Depression erneut und vehementer ans Licht der öffentlichen Aufmerksamkeit zu bringen (s.a. hier)
creezy #
15. November 2009, 13:44
Zumal man selber zunächst begreifen muss, dass man den Erkrankten nicht ins Leben zurück holen kann, das kann dieser letztendlich nur selbst. Man kann aber beistehen und da sein. Die Geduld zu haben immer wieder Tiefschläge hinnehmen zu müssen, verlangt nicht nur vom Erkrankten alles ab.
Depressionen sind eine der schwersten Erkrankungen und mit der Stigmatisierung und Ignoranz, oft Arroganz macht eine Umwelt eine Heilung oft unmöglich, weil sie so eben auch das Wissen um die Krankheit unmöglich macht.
Ich hoffe sehr, dass wenigstens diesbezüglich der viel zu frühe Tod von Robert Enke nicht umsonst war. Das wünsche ich ihm, seiner Familie und allen, die unter dieser Krankheit leiden müssen.