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Eine sowas von unendliche Geschichte
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Kein Stöckchen – sondern eine unendliche Geschichte, geschrieben von unendlich vielen Bloggern und Netzmenschen. Jeder schreibt die sowas von unendliche Geschichte mit seinem Kommentar weiter.
Jeder ist herzlich eingeladen mitzumachen.
Die Geschichte ist rechts in der Sidebar jederzeit abrufbar und zum Weiterschreiben bereit.
1) Mindestens 8 Sätze
2) Natürlich darf man des öfteren Sätze hineinschreiben.
3) Ganz Wirres oder rechtlich und/oder moralisch Bedenkliches wird gestrichen.
Seid kreativ, überraschend, spannend, denn nur so ensteht eine gemeinsame Netzgeschichte.
Die Weiterführung der Geschichte soll zwar wild sein, bedenkt aber, daß man der begonnenen Geschichte noch folgen kann.
Vielleicht wird es ja das Schriftwerk mit den meisten Autoren, den unzähligsten Romanfiguren und den schrillsten Handlungssträngen.
Und hier ist die Sowas von unendliche Geschichte:
(in den Kommentaren die Geschichte weiterschreiben)
Nachtrag: Ein Fleißbienchen für Gorillaschnitzel, der die Geschichte so köstlich weitergeschrieben hat.
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5 A|nmerkungen
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Kommentare für r|ob
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gorillaschnitzel, pebbles, r|ob, gorillaschnitzel, pebbles

rob #
13. Juni 2007, 02:23
Eine sowas unendliche Geschichte
Barbara schreit aus Leibeskräften über den ganzen Marktplatz. Jane bemerkt, dass der soeben überrollte Hase unmerklich zuckt. Die laute, schrille Stimme des Kindes scheint ihn zurückgeholt zu haben. Jane rennt über den Marktplatz und ruft hysterisch „ Einen Arzt, wir brauchen dringend einen Arzt – oder auch zwei!“. Doch es sollten vierzig Minuten vergehen, bis ein Rechtsanwalt aus Minden, der zwar kein Arzt war, jedoch leidenschaftlich gerne Serien mit ebensolchen sah, sich erbarmte und die zuckenden Überreste des Hasen in die nahe gelegene Waldklinik für psychisch Labile brachte. Von all dem bekam Barbara nichts mit. Sie stand inmitten des Marktplatzes und heulte. Nur beachtet von einer Reisegruppe aus Kyoto, die sich angesichts des Schauspiels, das sich darbot, über die Gepflogenheiten unseres Landes wunderte. Es wurde später berichtet, dass in Japan oft kleine Kinder gesichtet wurden, die laut weinend vor Tempelanlagen standen, in der irrigen Meinung, dies wäre eine europäisches Begrüßungszeremonie. Der Rechtsanwalt fuhr die lange Platanenallee in nicht ortsüblicher Geschwindigkeit, denn er wusste, für den Hasen ging es um Leben und Tod. Jane sah ihn dankbar von der Seite an. Ja, dachte Sie, so war mein Phil auch einmal. Sie erinnerte sich an ihren Moment, an dem sie sich das erste Mal trafen. Es war November und sie verließ versehentlich ihre gemütliche Wohnung in Braunschweig-Süd im Bikini, da sie unabsichtlich das Kalenderblatt nicht gewechselt hatte und ihr immer noch das sommerliche Bild des Julis entgegen leuchtete. Und wie sie da so auf der Straße stand, im Blümchenbikini und Sonnenbrille, den Picknickkorb entschlossen in der Hand, da sah sie ihn im Regen: Phil. Ein hochaufgeschossener Mann mit feingliedrigen Händen, starken Schultern und einem Muttermahl auf der Nase, das sich bis zum rechten Ohr zog. Er stand vor ihr und mit zittriger Stimme fragte sie ihn, wo es denn zum Strand ginge. Phil war ein Gentleman, denn obwohl sie sich beide im tobenden Straßenfest der Braunschweiger Bergmannstraße befanden, rettet er die Situation und antwortete:“ Wenn ich Sie mit meinem Wagen begleiten darf, sind es nur 2 Stunden.“ Diese Antwort hatte sie ihm nie vergessen – 20 Minuten später waren sie glücklich verheiratet und 4 Tage später kam Barbara zur Welt.
gorillaschnitzel #
14. Juni 2007, 08:48
Auja, da bin ich doch glatt dabei:
Barbara aber war eine Steißgeburt, die noch während des Geburtsvorgangs lautstark auf sich aufmerksam machte. Während andere Kinder ein lautes Schreien von sich geben, wenn sie in diese kalte, unwirkliche Welt entlassen werden, wär Barbaras erste Äußerung ein lauter Furz, den sie genüßlich in den Kreißsaal drehte und dessen Schwaden die 9einhalb Dioptrienbrille der Hebamme trübten.
“Och, ist das süüüüß, sie bläht sich”, sagte Jane zum stolzen Vater Phil, den soeben zwei Schwesternschülerinnen wiederbelebt hatten.
Das alles ging Jane durch den Kopf, während sie mit dem Mindener Rechtsanwalt weiter die Platanenallee hinunterdonnerte. Es ging vorbei am Ayurvedischen Zentrum, wo Jane seinerzeit mit dem Ernst aus Oer-Erkenschwick einen Tantrakurs belegt hatte, dessen Folgen in einer mehrstündigen Operation beseitigt werden musste. Lange hatten damals sich der Chirurg und der Chiropraktiker gestritten, ob Ernstens Bein überhaupt von Janes Körper zu lösen sei oder ob dies förderhin Teil Janes sein sollte und es nicht einfacher ist, Ernst eine ordentliche Prothese zu verpassen.
Lange konnte Jane nicht über tantrische Erfahrungen nachdenken,. weil nun der Hase jämmerlich vor sich hinstöhnte. Sie versuchte vorsichtig eine Herzmassage, was dem Hasen ein lautes Grunzen mit einem lang gezogenen Rülpser entlockte. Es roch auf einmal stark nach Hasenmagen mit einer Nuance von schlecht verdautem Rucola, den der Hase wohl wieder mal in Frau Hansens Garten gefressklaut hatte.
“Ich heiße übrigens Reginald, Reginald Bull, aber alle lassen das ginal weg und nennen mich Red”, sagte Reginald Bull, der Rechtsanwalt aus Minden. “Und ich möchte nicht, dass dieser Hase meinen niegelnagelneuen Toyota Prius mit Hybrid-Synergy-Drive vollkotzt.”
“Oh Red, du bist ein Umweltschützer!” hauchte Jane ganz enthusiastisch.
“Klar Baby. Das ist stylisch.” erwiderte Reginald Bull, der Rechtsanwalt aus Minden.
Jane dachte unweigerlich an den Umweltaktivisten Kuno, den sie bei einem veganen Sit-In vor dem feministischen Männerflügel von Greenpeace getroffen hatte. Ihr Kuno. Der Kuno, der ihr beigebracht hatte, wie man aus einem abgebrannten Streichholz und dem entführten Plüschteddy von Barbara Wattestäbchen machen konnte und wie man die hinterher auch wieder sauber kriegte. “Einfach trocknen und auf das Auberginenschnitzel bröckeln oder noch feucht anbraten, ablöschen und fertig ist die Suppe”, hatte er gesagt und sie war hin und weg.
rob #
18. Juni 2007, 18:30
Doch Kuno konnte noch so viel mehr. So war er der einzige, dem es gelungen war, Quecksilber von Löschpapier zu trennen und so einen Preis bei Jugend forscht gewonnen zu haben. Seine Eltern haben das nie verstanden. Sie hatten keine jugendliche Forscherei im Sinn, als sie auf dem Zentralfriedhof der Stadt im Mausoleum eines bekannten Musikers (Tuba) beschlossen, ein Kind, wenn schon nicht aus Liebe aber wenigstens zu machen. Das Kind sollte, wie auch der asthmakranke Vater, Strafvollzugsbeamter im mittleren Dienst werden und nicht mit ungenießbaren Metallen herumexperimentieren. Das hatten beide Elternteile geplant und unter Aufsicht eines Notares ins Sparbuch eintragen zu lassen. Ja, manchmal kam auch etwas Abenteuer ins Leben vom späteren Umweltaktivisten Kuno. Manchmal wurde Kuno zügellos. Das Gesicht von Jane entspannte sich, als sie an ihn dachte – die Haut des Hasen spannte sich…
cosmomente #
18. Juni 2007, 18:45
....als der Arzt den Defibrilator anlegte. “Achtung!” rief er ganz laut “alle wegtreten!” und der Apparat begann langsam zu surren.
Das Surren erinnerte Jane an den Jahrmarkt damals, als sie Franz kennenlernte. Das war lange vor Kuno. Da war sie gerade 14.
Franz, dachte sie seuzfend, der konnte am lautesten Rülpsen und das Bier am schnellsten runterkippen. Sie hatte ihn gesehen, am Schießstand. Er stand da, mit dem Rücken zu ihr und sein blau-weiß gestreiftes T-Shirt spannte sich über seinen Schultern. Und er brüllte “vermaledeite Scheiße nocheinmal, warum treff ich diesen blöden Metall-Hasen nicht!”.
Da war ihr klar, dass sie in Franz verliebt war, unsterblich. Und sie wusste, dass sie alles tun würde, damit er irgendwann für sie am Schießstand auf die Metallhasen schießen würde.
gorillaschnitzel #
19. Juni 2007, 07:36
Und zwar wirklich alles, wie ihr sehr schnell klar wurde. Aber das wäre eine andere
moralisch bedenklicheGeschichte, deshalb stoppen wir dann an der Stelle, an der Franz seine Hand unter Janes Pulli schob und entdeckte, dass Jane nochmals 3 Pullis drunter hatte.Leider kam es nie dazu, dass Franz ihr den Metallhasen schießen konnte. Franz nämlich war erstens eitel wie ein Gockel und zweitens fast blind. Eine Kombination, die für den Metallhasenschießstandbesitzer nicht gut ausging, weshalb Franz seither ein lebenslanges Metallhasenschießstandverbot hat.
Der Defibrilator gab einen Knall von sich, der Hase wirbelte in der Luft herum und Jane fiel ein, dass sie ja Barbara vergessen hatte. Ihre Barbara, die mittlerweile sicher von Japanern entführt war und als willige Heulsklavin vor Zentempeln mißbraucht wurde. Was hatte sie Freude an dem Kind. Schon mit 4 Jahren hatte es Laufen gelernt und als es in die Schule kam, konnte Barbara auch schon beinahe sprechen. Nun schickte sich Barbara an, die Welt zu erobern. Sie war einfach unwiderstehlich, wenn dieser Pickel auf der Knollennase zuckte. Und der zuckte immer dann, wenn Barbara unter großen Mühen Zischlaute von sich gab.