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Nachruf auf einen Guppy

2. August 2006 von Rob in gesehen -hört -tan -dacht.

Wir haben uns heute hier versammelt, um Sandy-Jaqueline zu gedenken.

Sandy-Jaqueline bleibt uns allen als lebendige, stets offene und liebenswerte Guppy-Dame im Gedächtnis. Wer erinnert sich nicht, dass sie den Ruf des Berliner Aquariums, als Gastdozentin zum Thema „Guppyfrauen im zerstörten Berlin“ unerhört ließ und sich stattdessen als normaler Bürofisch verdingte. Ja, sie hatte schon immer den Drang zum Bodenständigen.

Sandy kam aus einer wohl situierten Familie: Ihr Vater war Goldfisch an der Sorbonne, ihre Mutter erfolgreiche Fernsehansagerin beim mdr. Beide Elternteile unterstützten sie in ihrem Bemühen, den langjährigen Streit zwischen Quastenflossern und Lungenfischen zu schlichten. 1998 wurde sie unfreiwillig Botschafterin der Unesco. Mit der Leichtathletin von 1934, Erika Fisch, verbindet sie eine große, anonyme Freundschaft; der 1964 geborene Literaturwissenschaftler und Schriftsteller Michael Fisch beschreibt sie in einem seiner späten Frühwerke als „Skalar des 21.Jahrhunderts“.

Sie hatte noch viel vor – umso tragischer ist es, dass Sie durch einen Wasserwechsel den Tod fand. Gandhi sagte einst: „Wenn die Wasser wechseln, dann ist Vorsicht die Mutter der Porzellanbüchse“. Sandy-Jaqueline hatte nicht auf ihn gehört.

Doch sie hat uns eine Botschaft hinterlassen: Wasser ist nicht das einzige im Leben! Wir werden Dich vermissen Sandy-Jaqueline, Dein Lachen, wenn Du aus Sauerstoffmangel so keck Deinen Bauch zur Oberfläche richtetest, Deinen Humor („Wusstet ihr schon, das Kapitän Iglo mein Großvater ist!“) und Deine Spontanität („Kommt, lasst uns schwimmen gehen“).

Sandy-Jaqueline wird in all unser Herzen bleiben.

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