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S|ozialromantik
14. November 2008 von Rob in gesehen -hört -tan -dacht.

Fernsehsendungen müssen sich verkaufen – wenn es Menschen gibt, die sich dann noch für diese Sendungen verkaufen, ist dies ein beiderseitig gewolltes Geschäft. Und wenn dies mit einer ordentlich aufgeschäumten Sozialromantik versehen wird, jubeln die Quotengläubigen. Da werden dann auch keine bundesrepublikanische Supertalente mehr gesucht, sondern Strohpuppen als Gladiatoren im exhibitionistischen Fernsehzirkus. Schnell quietschen Kinder in nicht enden wollenden Trailern, sie könnten ohne die große Schwester den medialen Weg alleine nicht gehen, trällern sich dünnstimmige Freizeitstars an die Grenzen des Pophimmels oder werden Gymnastiksenioren in die Nähe von Volkshelden gerückt.
So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass ein halbwegs begabter Mundharmonikaspieler aus Brandenburg zum Supertalent stilisiert wird. Angesichts des herzergreifenden Schicksals, das leicht mit jedem schlecht geschriebenen Rosamunde Pilcher Drehbuch mithalten kann, ist das karaokeüberforderte Ohr nach einer mundharmonikasierten Fassung des Ave Maria von Schubert dann auch konsequent entzückt und infiziert begeistert, auch wenn die Fußgängerzonenversion mit dem Original nur noch in groben Teilen übereinstimmt – so sehr wünscht sich der Zuschauer offenbar einen deutschen Paul Potts…
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pulmoll #
14. November 2008, 00:35
der zuschauer wünscht sich nichts, er gefällt sich in der passiven rolle. ulkig (im sinne der überschrift) diesen gedanken gerad jetzt hier zu lesen.
Quintus #
14. November 2008, 00:42
Tja, so isset eben. Lieber in Träumen schwelgen, als der Realität gefasst ins Auge sehen. Karl Marx würde heute wohl die Kirchen füllen und alle Fernseher zertrümmern. TV ist das Crack fürs Volk. Da ist Opium einen Fliegenschiss dagegen.
Vee #
14. November 2008, 01:10
Ich wünsch’ mir ‘ne kleine Mietzekatze
für mein Wochenendhaus
der schenk ich dann eine Luftmatraze
und eine Spiehielzeugmaus
(Schade, dass dieses Kaliber bald ausstirbt…)